So gern Frauen in sexy Röcken oder schicken Kleidern auch Bein zeigen – Veränderungen der Venen machen ihnen oft einen Strich durch die Rechnung. Meist beginnt es mit Schwellungen, Jucken und leichten Schmerzen in den Beinen. Über die ersten feinen Besenreiser mag man noch hinwegsehen. Anders sieht es aus, wenn Krampfadern – medizinisch: Varikose oder Varizen – mit ihren dicken, bläulichen Knötchen folgen. Ab 40 Jahren ist jede zweite Frau von Venenbeschwerden betroffen, erste Probleme können aber schon ab 20 auftreten.

Was sind Krampfadern eigentlich?

Zu Krampfadern kommt es, wenn das Bindegewebe zu schwach ist, die Venenwände erschlaffen und die Venenklappen den Rückfluss des Blutes zum Herzen nicht mehr ausreichend erlauben. Die Folge: In den Gefässen staut sich das Blut. Sichtbar wird dies durch die stark geschlängelten, hervortretenden Venen. 

Alles nur vererbt?

Etwa die Hälfte aller Venenbeschwerden ist erblich bedingt. Weitere Risikofaktoren sind ein fortgeschrittenes Alter, die Einnahme von Verhütungsmitteln, eine Hormonersatztherapie sowie Schwangerschaften. Auch in der Folge von Blutgerinnseln oder heftigen Verletzungen der Beine kann es zu Krampfadern kommen.

Wie schütze ich meine Venen?

Man kann aber selbst viel tun, um möglichst lange gesunde Venen zu behalten, denn viele Risikofaktoren sind verhaltensbedingt. Dazu gehören unter anderem starkes Rauchen, starkes Übergewicht, das Tragen sehr hoher Schuhe und vor allem Bewegungsmangel. Die Regel lautet: Sitzen und stehen ist schlecht, lieber liegen oder laufen. Folgende Sportarten sind empfohlen: Schwimmen, Radfahren, Laufen, Walken und Aquagymnastik. Venenstärkend sind auch Wechselbäder. Bei langen Reisen sollten zudem Stütz- oder Kompressionsstrümpfe getragen werden. 

Ernährung und Präparate

Mit einer ballaststoffreichen Ernährung und mindestens zwei Litern Flüssigkeit täglich lässt sich das Risiko für Verstopfungen reduzieren. Steinklee und Buchweizen sind als Tees empfohlen. 
Präparate stehen zum Auftragen als Gele, Salben und Sprays (sogenannte topische Präparate) zur Verfügung, aber auch zur Einnahme in Kapselform. Sie beinhalten Substanzen wie Heparin bzw. Heparinoide, Rosskastanie, Aescin, rotes Weinlaub, Arnika oder Mäusedorn. 

Dr. Kai Kaufmann